«Wo ist Lemberg?»

Lemberg, Lwów, Lwiw – in dieser Stadt lebten Menschen verschiedenster Kulturen und Ethnien über Jahrhunderte hinweg meist friedlich zusammen. Die Stadt an der Schwelle zwischen Ost und West war ein wichtiges Zentrum des europäischen Judentums, oft ein Ort der Zuflucht vor antisemitischer Verfolgung, aber auch des Aufbruchs aus der Enge der galizischen Schtetl. Hier konnte sich eine jüdische Kultur jenseits von Ausgrenzung und Gettoisierung entfalten – bis der Zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus die Geschichte dieser lebensfrohen und außergewöhnlich aktiven Stadt brutal beendete. Die rund 120 000 Lemberger Juden wurden von den Nationalsozialisten ermordet, etwa ebenso viele Polen nach 1945 aus Lemberg vertrieben, viele Ukrainer starben im Gulag oder in der Verbannung. Die Ausstellung in den historischen Räumen der Stiftung Neue Synagoge Berlin lädt zur Begegnung mit der Geschichte und Gegenwart eines Ortes ein, an dem sich einst visionäre Wissenschaftler und internationale Bühnenstars, berühmte Literaten und viele heute vergessene Künstler trafen.

Begleitbuch zur Ausstellung:

Lemberg: Eine Reise nach Europa

Hermann Simon/Irene Stratenwerth/Ronald Hinrichs (Hg.)

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